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Das Netflix der Versicherungsindustrie

Pieraneglo Campopiano ist CEO von Smile einem Schweizer Scale-Up, das vor über 28 Jahren von der Helvetia gegründet wurde. Das Corporate Startup begann ursprünglich mit dem Vertrieb von Versicherungsverträgen via Telefon im Jahr 1994, waren sie damit eine der ersten. Smile stand und steht immer noch für Innovation im Bereich der Finanz- und Versicherungsindustrie, welche sich an den Bedürfnissen der Kund*innen orientieren. „Gerade die Customer Experience ist für uns besonders wichtig, eben deshalb waren wir auch eine der ersten die begonnen haben unsere Kund*innen zu duzen, ihnen monatlich kündbare Verträge, online und mobil Anwendungen anzubieten“, erläutert Pierangelo Campopiano.

Revolutionäre der Versicherungsbranche

Im ersten Moment mag, das für viele nicht nach einer Revolution klingen, doch Pierangelo erläutert, „für die Versicherungsindustrie haben wir in den letzten Jahren eigentlich alle ungeschriebenen Gesetze gebrochen, die es so gibt.“ In diesem Zusammenhang macht er allerdings auch deutlich, dass diese Transformation nicht möglich gewesen wäre ohne die Mitarbeitenden des Unternehmens, denn diese müssen aus seiner Sicht immer neugierig sein und offen für neues sein, ansonsten funktioniert das nicht, denn das Commitment für den Change muss vorhanden sein. Das liegt vor allem auch dran, dass das Umfeld in dem Smile agiert, immer anspruchsvoller wird, es muss immer schneller auf Konkurrenten reagiert werden, zu Beginn waren sie nahezu der einzige Wettbewerber, mit der Zeit hat sich dies allerdings geändert. Trotzdem ist Pierangelo davon überzeugt, dass sie mit Smile einen entscheidenden Vorteil haben, sie haben die Helvetia im Hintergrund. Aus seiner Sicht gibt das den Kund*innen mehr Sicherheit, dadurch haben sie ein höheres Vertrauen in die Produkte verglichen mit anderen Start-Ups aus der Versicherungsbranche. Und genau dieses Vertrauen ist essentiell, um langfristig am Markt zu bestehen.

Immer wieder Neuerfinden – das Erfolgsrezept

Pierangelo räumt allerdings auch ein, dass es bei ihnen nicht immer wie am Schnürchen läuft. Als er die Geschäftsführung übernommen hat stand es vor großen Herausforderungen. Zwei Großprojekte sind nicht so gelaufen, wie sie es sollten – statt Gewinne zu realisieren, kam es zu großen Verlusten. Die Frustration in der Belegschaft war groß. Zusätzlich kam zu der gleichen Zeit auch noch Mitbewerber auf den Markt, auf dem sie lange Zeit allein waren. Seine Agenda war somit Smile wieder auf den richtigen Weg zu bringen, aus seiner Sicht war das nicht so schwer, denn über die Jahre „hat sich smile immer wieder neu erfunden“, erläutert Pierangelo. Die Grundlage von diesem Prozess ist laut ihm, dass die Mitarbeitenden auch Lust haben auf die Transformation. Aus seiner Sicht ist es notwendig, dass sie sagen „hey ich will“, denn ohne, dass die Mitarbeitenden hinter einem solchen Prozess stehen, ist es nahezu unmöglich diesen umzusetzen. Menschen müssen mit dem Unternehmen wachsen können, nur so ist der Erfolg auch garantiert, ansonsten wandern die Fachkräfte nämlich ab und suchen sich Herausforderungen außerhalb des Unternehmens und gerade das soll aktiv verhindert werden. Aus der Sicht von Pierangelo bedarf es dafür ein richtiges Umfeld, welches das Unternehmen schafft, damit die Mitarbeitenden nicht abwandern. Das bedeutet, dass an erster Stelle eine hohe Transparenz herrschen sollte, diese wird bei smile durch die Veröffentlichung der KPI’S umgesetzt. Jeder Mitarbeitende bekommt wöchentlich eine Übersicht über die Zahlen, ebenso kann jede*r das erhaltene Kundenfeedback lesen, wenn dies gewünscht ist. Der zweite Punkt ist eine offene Kommunikation. Wenn Frust entsteht, muss diesem Raum gegeben werden ihn auszusprechen und nach der Ursache geforscht werden. „Manchmal liegt es auch einfach nur am Druck und jeder reagiert darauf anders“, erläutert Pierangelo. Der dritte und aus seiner Sicht einer der wichtigste Punkt ist die Frage nach der Energie. Es ist notwendig, dass die Mitarbeitenden Energie aus ihrer Arbeit ziehen können. Das bedeutet nicht, dass sie jeden Tag gleich viel Energie haben müssen, doch im Großen und Ganzen sollte eine positive Bilanz zustande kommen. „Ansonsten ist es vielleicht auch einfach nicht der richtige Job, was ja auch nicht schlimm ist“, erläutert Pierangelo. An letzter Stelle steht dann noch die Zusammenarbeit auf Augenhöhe, so kann die Hemmschwelle reduziert werden Themen anzusprechen und gibt allgemein die Plattform Ideen zu äußern.

„Führungskräfte müssen emotionale Intelligenz besitzen“

Nicht nur die vier Dimension sind relevant für den Erfolg von smile, sondern auch die Führungskräfte. Pierangelo ist davon überzeugt, dass diese immer wichtiger werden für den tatsächlichen Erfolg. Denn Führungskräfte entwickeln ihre Mitarbeitenden und das ist für sie essentiell als Scale up. Sie benötigen ein besonderes Gefühl für Empathie und sollten dem Mitarbeitenden auch zum Nachdenken anregen. Das heißt ein Bewusstsein bei ihnen entwickeln, welche Auswirkungen ihr handeln in bestimmten Situationen haben kann. People Development ist eine der wichtigsten Führungsaufgaben. Und dazu gehört eben auch „reflektieren, denn die meisten Probleme lösen sich, wenn man nochmal in sich kehrt und nachdenkt“ erläutert Pierangelo.

Am Ende des Talks äußert Pierangelo noch einen Wunsch und zwar, dass es bis zur Pension immer wieder Herausforderungen haben möchte und sich niemals wünscht stehen zu bleiben, sondern die kindliche Neugier bewahren möchte.

Let’s start caring!

#We care. We Moodtalk.

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